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10.12.2015

Monopole brechen

Monopole brechen

Am 20. Oktober 2015 fand in Hannover die diesjährige Jahresmitgliederversammlung des Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) statt. Mehr als 250 Spitzenvertreter aus KFZ-Teilehandel und KFZ-Teileindustrie erörterten sowohl wettbewerbspolitische Anliegen des KFZ-Aftermarket als auch die Arbeit ihres Verbands.


Im Rahmen der Jahresmitgliederversammlung konnte der GVA eine Steigerung der Zahl seiner Mitglieder vermelden. GVA-Präsident Hartmut Röhl: „Im Handelsbereich konnten wir in diesem Jahr bislang neun Neumitglieder verzeichnen. Das ist angesichts des ungebrochenen Trends im freien KFZ-Teilehandel zu Unternehmenszusammenschlüssen und -übernahmen besonders erfreulich.“ Die im GVA organisierten Handelsunternehmen repräsentieren rund 80 Prozent des Umsatzes des freien KFZ-Teilegroßhandels in der Bundesrepublik. Röhl sieht seinen Verband gut aufgestellt: „Im Sommer haben wir mit der Eröffnung unseres Hauptstadtbüros einen weiteren wichtigen Schritt in der Entwicklung des GVA gemacht.“

Daten bilden die Währung in der digitalen Welt. Im KFZ-Aftermarket gilt das insbesondere hinsichtlich der technischen Informationen für Reparatur und Wartung der Fahrzeuge. Wer keinen Zugang zu diesen Daten hat, kann nicht auf Dauer wettbewerbsfähig bleiben. Die Fahrzeughersteller sind in ihrer Rolle als Produzenten der Automobile naturgemäß im Besitz dieser Daten und sind zur Sicherung fairen Wettbewerbs gesetzlich dazu verpflichtet, unabhängigen Marktteilnehmern Zugang zu diesen zu ermöglichen. Allerdings kommen Fahrzeughersteller diesen Verpflichtungen oft nur unzureichend nach. Ein eklatantes Beispiel dafür ist die Verweigerungshaltung von PKW- und NFZ-Herstellern, Unternehmen des freien Marktes Zugang zu den Basisdaten für die Fahrzeug- und Ersatzteilidentifikation zu gewähren. Dieser ist aber eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass der freie KFZ-Teilehandel den Werkstätten markenübergreifende Kataloge und eine eindeutige, VIN-basierte Ersatzteilidentifikation anbieten kann. Der entsprechende Anspruch des freien Marktes leitet sich aus dem Typgenehmigungsrecht und der Aftermarket-GVO samt begleitender Leitlinien ab. Voraussetzung für die Erteilung der Typgenehmigung eines Fahrzeugs ist unter anderem, dass die Fahrzeughersteller unabhängigen Marktteilnehmern Zugang zu den für Reparatur und Wartung notwendigen Informationen gewähren müssen. Nach zutreffender und von der EU-Kommission verschiedentlich bestätigter Lesart fallen darunter auch die Basisdaten zur Fahrzeug- und Ersatzteilidentifikation. Die Fahrzeughersteller müssen im Rahmen der Typgenehmigung gegenüber der Typgenehmigungsbehörde erklären, diesen Pflichten nachzukommen.

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